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Organe mit Licht fernsteuern

Scheinwerfer an, und das Organ tritt in Aktion: Körperprozesse lassen sich mit Licht auf Knopfdruck regulieren. Das hat ein Forschungsteam der Universitäten in Leipzig, Dortmund und Leeds herausgefunden. Es setzte bestimmte Wirkstoffe, die auf Lichtsignale reagieren, auf Zellen. Wurden diese bestrahlt, öffneten sich in ihnen eine Art Kanäle und Kalzium drang ein. Dadurch werden bestimmte Prozesse ausgelöst, zum Beispiel das Zusammenziehen eines Muskels. Je nach Farbe des Lichts werden die Kanäle weit geöffnet oder komplett geschlossen – eine Funktion also an- oder ausgeschaltet. Dieser Effekt könnte zum Beispiel dabei helfen, dass Wirkstoffe von Medikamenten nur an bestimmten Körperstellen aufgenommen werden.

Vorsicht vor Dr. TikTok

Narzissten lieben niemanden, ein Symptom von Angsstörungen ist übermäßiges Essen: Auf TikTok kursieren unzählige Falschinformationen zu psychischer Gesundheit. Das konnten Forschende der LVR-Universitätsklinik Essen und der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen jetzt belegen. Nur 19 Prozent der insgesamt 177 analysierten Videos waren korrekt, der Rest mindestens unsauber oder sogar komplett falsch.

statt 20 Minuten

braucht eine MRT-Untersuchung seit Kurzem im Operativen Zentrum II am Universitätsklinikum Essen nur noch. Möglich wird das durch zwei neue, KI-basierte Hightech-MRT.

Sendungsverfolgung für DNA

Zellen haben ein reges Tauschgeschäft untereinander – unter anderem mit DNA. Um ein DNA-Päckchen zu verschicken, verwenden sie extrazelluläre Vesikel (EV) als Transportboten. Wie diese arbeiten, konnten jetzt ein Forschungsteam um Prof. Dr. Basant Kumar Thakur von der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen und Dr. Xiaomin Liu vom Max-Planck-Instituts für Polymerforschung erstmals sichtbar machen. Möglich wurde das mit einer hochauflösenden Mikroskopie, der Single Molecule Localization Microscopy, und einem neuen Fluoreszenzfarbstoff. Die Bilder zeigen: Der DNA-Transport läuft vermutlich über unterschiedliche EV-Typen. Zudem führen die Transportwege selten an einem bestimmten Immunsensor vorbei. Diese Erkenntnisse könnten helfen, Immunreaktionen, Krebswachstum und Zellkommunikation besser zu verstehen.

Theranostik soll Medizin zielgerichteter machen. Wie das geht, erklärt Prof. Katharina Lückerath, Leiterin der Abteilung „Präklinische Theranostik“ am WTZ Essen.

„Den ganzen Krebs erfassen“

„Theranostik“ verbindet „Therapie“ und „Diagnostik“. Was bedeutet das? In unserem Fall, der Radiotheranostik, ist dasdiagnostische Element die nukleare Bildgebung und das therapeutische eine zielgerichtete, interne Strahlentherapie. Theranostik wäre aber auch, eine Biopsie mit einem nicht-radioaktiven Medikament zu verbinden. Das Kernkonzept ist: Wir sehen erst einen Biomarker im Tumor und wenden dann eine gegen diesen Biomarker gerichtete Therapie an. So wählen wir gezielt die Patientinnen und Patienten aus, bei denen es gute Chancen gibt, dass eine Therapie auch anschlägt. Welches Potenzial hat Theranostik in derVersorgung? Keine zwei Tumoren sind gleich – nicht mal in einem Patienten. Ihre Entwicklung wirkt für unsere menschliche Logik chaotisch. Manche Tumoren haben nur sehr wenige oder sogar gar keine Biomarker, auf die eine bestimmteTherapie abzielt. Aktuell wird über Therapien häufig noch recht blind entschieden, weil wir mit Biopsien nur Moment- und Teilaufnahmen einer Krebserkrankung haben. Mit der nuklearmedizinischen Theranostik können wir Tumoren im ganzen Körper und in Echtzeit charakterisieren und so den ganzen Krebs erfassen. Aktuell wendet Ihr Team die Methode beiPankreas-, Prostata- und bald auch Hautkrebs an. Ist sie auf alle Krebsarten anwendbar? Aktuell gibt es förmlich einen Hype um diese Methode und sie wird an fast allen soliden Krebsarten ausprobiert. Sie wird aber bei manchen Tumoren besser und bei anderen schlechter funktionieren.


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