Jede Spende eine Geschichte
Vom Einsatz der Klinikclowns bis hin zu Forschungsprojekten: Viele Angebote der Universitätsmedizin Essen können sich nur durch Spenden finanzieren. Aber warum spenden Menschen an die Stiftung Universitätsmedizin und damit an die UME? Drei Spender erzählen.
Text: Maike Gröneweg, Lothar Schmidt, Carolin Diel
Fotos: UME, Privat

Dr. Hugo Schulze Hobbeling und sein Rotary Club spendeten 20.000 Euro für einen Hochleistungsserver in der Sarkomforschung.
„Dass aus einer Zeit der Trauer etwas entstehen kann, das anderen Menschen hilft, ist für mich bis heute ein tröstlicher Gedanke. Meine Frau ist Ende 2024 an einem Sarkom verstorben. Ein Sarkom ist eine seltene bösartige Tumorerkrankung, die in Knochen, Muskeln, Fett- oder anderem Weichgewebe entsteht.
Fünfzehn Jahre lang wurde meine Frau am Universitätsklinikum Essen von Prof. Sebastian Bauer behandelt. Am Anfang hieß es, sie habe vielleicht noch drei oder vier Jahre. Dass daraus 15 wurden, verdankte sie auch dem medizinischen Fortschritt. Immer wieder gab es neue Medikamente, die ihr zusätzliche Zeit schenkten. Daran habe ich gesehen, was Forschung bewirken kann.
Sie selbst hat diese Arbeit ebenfalls unterstützt. Bei der Sarkom-Tour rund um den Baldeneysee war sie über Jahre engagiert, und ich bin oft mit dem Fahrrad mitgefahren. Nach ihrem Tod war es ihr ausdrücklicher Wunsch, in der Traueranzeige darum zu bitten, anstelle von Blumen und Kränzen für die Sarkomforschung zu spenden. Wir dachten, da käme vielleicht ein kleiner Betrag zusammen. Am Ende waren es rund 10.000 Euro.
Ich habe dann im Rotary Club Coesfeld von dieser Spende erzählt und auch davon, was Professor Bauer mir gesagt hatte: Für seine Forschung gab es bereits einen großen Datenbestand, der mit Hilfe Künstlicher Intelligenz viel schneller ausgewertet werden könnte. Was noch fehlte, war ein leistungsfähiger Server. Als ich das bei uns im Club vorgestellt habe, wurde die Summe verdoppelt. So wurden aus 10.000 schließlich 20.000 Euro.“

Prof. Sebastian Bauer und sein Team forschen an bösartigen Tumoren.

René Berger hat mit Kollegium, Freundeskreis und Familie 2.500 Euro für die Krebsforschung gesammelt.
„Seit 2017 lebe ich mit einer Bluterkrankung, von der ich viele Jahre kaum etwas gemerkt habe: Myelofibrose, eine seltene Form von Blutkrebs. Anfang 2025 ging es mir deutlich schlechter. Ich war früher durchs Thaiboxen und Functional Fitness sehr fit. Plötzlich war ich kurzatmig, erschöpft und schon kleine Spaziergänge haben mich an meine Grenzen gebracht. Am schlimmsten war für mich, dass ich für meine Kinder nicht mehr so da sein konnte, wie ich es wollte.
Im Sommer 2025 kam dann der Punkt, an dem mein bisheriger Hämatologe sagte, dass die Therapie ausgeschöpft sei. So bin ich an die Universitätsmedizin Essen gekommen. Nur eine Stammzelltransplantation war noch eine echte Chance auf Heilung für mich. Ein passender Spender wurde sehr schnell gefunden. Die Behandlung selbst war hart. Im Januar 2026 bekam ich, nach Bestrahlung der Milz und Chemotherapie, die Stammzelltransplantation. Danach kamen viele Wochen mit starken Nebenwirkungen, Transfusionen und großer Erschöpfung. Aber bei der ersten Knochenmarkuntersuchung nach der Transplantation war die Erkrankung nicht mehr nachweisbar. Als ich das gehört habe, hatte ich Tränen in den Augen.
Weil ich mich in Essen so gut betreut gefühlt habe, wollte ich etwas zurückgeben. Da ich selbst weder Blut noch Knochenmark spenden darf, habe ich bei der Polizei, wo ich arbeite, einen Spendenaufruf gestartet. Zusammen mit Kolleginnen und Kollegen kamen so rund 2.500 Euro für die Stiftung Universitätsmedizin zusammen, durch weitere Spenden von Familie und Freunden noch mehr. Für mich war das einfach das Richtige: Wenn ich schon selbst nicht auf andere Weise helfen kann, dann wenigstens so.“

Über 190 Stammzelltransplantationen werden jährlich an der UME durchgeführt.

Emanuel Dombrowe spendete mit seinen Geschwistern 5.000 Euro für die Forschung an Morbus Osler.
„In meiner Familie habe ich bisher vier Geschwister und meinen Vater an Morbus Osler verloren. Diese Erbkrankheit führt zu Fehlbildungen der Blutgefäße. Die Folge sind unter anderem häufiges Nasenbluten, innere Blutungen und Organschäden. Ich selbst bin nicht betroffen, aber schon als Kind begleitete ich meinen Vater regelmäßig ins Krankenhaus. Da die Krankheit so selten ist und es lange kaum Therapien gab, war mein Vater so etwas wie ein Versuchskaninchen für die Ärzte. Oft hat er sich in den Kliniken auch andere Krankheiten eingefangen. Einmal hatte er Hepatitis, da war er gelb wie eine Zitrone. Noch heute meide ich wegen dieser Erlebnisse Krankenhäuser.
Über die Jahre haben wir aber gesehen, wie durch die Forschung und die Betreuung am richtigen Klinikum die Behandlung immer besser wurde. Früher musste man zum Teil mehrfach die Woche zur Bluttransfusion. Bei meinem Bruder Michael war das durch neue Medikamente nicht mehr nötig.
Er ist der Letzte meiner Geschwister, der verstorben ist – allerdings nicht an Morbus Osler. Den hatte man in Essen gut in den Griff bekommen. Stattdessen bekam er mit 66 Jahren einen aggressiven Krebs. Nach seinem Tod räumten wir seine Wohnung aus, verkauften sein Motorrad und fragten uns dabei: Was machen wir jetzt mit dem Geld? Die Entscheidung, einen Großteil für die Forschung zu Morbus Osler an der Universitätsmedizin Essen zu spenden, war schnell getroffen. Immerhin sind viele in unserer Familie weiterhin selbst betroffen und profitieren von jedem Forschungsfortschritt – und Michael hätte sich das auch gewünscht.“

Morbus Osler wird an der UME in der HNO-Klinik erforscht.
Aktueller Bedarf – jetzt für die Einrichtung der neuen Kinderklinik spenden!
Bunte Farbe und kindgerechte Motive an Decken und Wänden, Spielangebote und Rückzugsorte für Familien kranker und schwerstkranker Kinder: Für die Einrichtung der neuen Kinderklinik benötigt die Universitätsmedizin Essen dringend Unterstützung. Schon kleine Spendenbeiträge helfen, wichtige Anschaffungen zu ermöglichen. Bitte spenden Sie mit dem Stichwort „Kinderklinik WIE IS“.
Spendenkonto:
IBAN: DE09 3702 0500 0500 0500 05
BIC: BFSWDE33 Bank für Sozialwirtschaft
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